Nicht das neueste Modell, aber immer noch intakt.
Bild von Christian Walther auf Pixbay

Die Solinger können sich glücklich schätzen. Denn sie haben bereits in den 1950er Jahren weit vorausschauend geplant und ein umfangreiches Oberleitungs – Bussystem in ihrer Stadt aufgebaut. in vielen anderen Ländern weltweit gehören O-Busse zum Stadtbild. In Deutschland dagegen sind diese umweltfreundlichen und langlebigen Verkehrsmittel insbesondere in den 1970er Jahren nach und nach wieder abgebaut worden. Bei der heutigen Diesel-Feinstaub-Diskussion mit drohenden Fahrverboten in den Städten wäre der O-Bus ein guter Lösungsansatz, vorausgesetzt, der Strom wird erneuerbar erzeugt.
Mit einer Streckenlänge von fast 57 Kilometern auf denen 52 Fahrzeuge auf sieben Linien verkehren, hat Solingen aktuell das größte Netz in Deutschland. Ähnliche Systeme gibt es noch in Esslingen am Necker mit 15,2 km und Eberswalde mit 37,2 km. Der Betrieb von O-Bus-Linien erfordert zwar zunächst hohe Investitionen in das Oberleitungsnetz für die 600 Volt Stromversorgung, diese zahlt sich jedoch durch niedrige Betriebskosten, null Emissionen und nachhaltige weil langlebige Fahrzeugtechnik langfristig aus. Die Solinger Fahrzeuge befinden sich nun in der vierten Wagengeneration, halten über 20 Jahre und werden danach oft noch an andere Städte weiter verkauft.
Es ist eine echte Alternative zu den teuren hybrid- oder batterie-elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Es ist auch eine preiswertere Alternative zur Straßenbahn, wenn das Schienensystem noch nicht existiert.