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Schön optimistisch bleiben!

Schlagwort: Politik

Wenn Sie mich fragen…

Lecker, beliebt und billig: ein saftiges Steak vom Grill
Bild von divily auf pixabay

25.06.2020
…Deutschland hatte gute Chancen, einigermaßen glimpflich aus der Coronakrise herauszukommen. Leider haben uns die Machenschaften der Fleischindustrie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Corona hat die sowohl mensch- als auch tierverachtenden Arbeitsmethoden dieser ganzen Branche offen gelegt. Fleisch ist ein Billigprodukt, für jeden überall und sofort verfügbar, massenhaft industriell hergestellt, mit großen Gewinnspannen für die beteiligten Unternehmen. Was früher ein Zusammenspiel der Landwirte und der örtlichen Schlachthöfe und Molkereien war, ist jetzt ein eng verknüpftes System zwischen Fleischerzeugern, Fleischverwertern und Großmolkereibetrieben. Fleisch ist meist billiger als vegetarische Lebensmittel. Dass für jedes Billig-Fleischprodukt einmal ein Lebewesen unter unwürdigsten Bedingungen gehalten und gemästet wurde und gestorben ist, ist vielen Konsumenten nicht mehr bewusst. Und die Arbeitsbedingungen in den Großbetrieben haben sowieso noch niemanden richtig interessiert. Sprüche wie „Fleisch ist mein Gemüse“ sowie die Tatsache, dass selbst ein einziger Veggie-Day in der Woche in den Kantinen an der fehlenden Bereitschaft der Konsumenten gescheitert ist, zeigt, wie weit wir noch von einem Umdenken entfernt sind.
Momentan ist die Aufregung groß und viele Menschen wurden etwas wachgerüttelt. Ich befürchte nur, dass der gewohnte Griff in die Fleischtheke zu dem angebotenen billigen Fleisch weiterhin zu verlockend ist. Dabei hat es alleine der Verbraucher durch sein Kaufverhalten in der Hand, ob sich künftig in dieser dubiosen Branche etwas ändern wird. Und die Politik müsste sich endlich von den mit der Branche bestehenden Seilschaften verabschieden.

Schlachtbetrieb
Bild von Jai79 bei pixabay

23.05.2020
…so werden in diesen Wochen auch massive Missstände in manchen Bereichen des Handels, der Industrie und der Landwirtschaft offensichtlich. Spätestens die Vorgänge bei der Firma Westfleisch offenbaren, unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen bei uns Lebensmittel produziert werden, damit der Kunde möglichst billige Fleischprodukte in großen Mengen einkaufen kann.
Die Landwirtschaft greift auf osteuropäische Saisonarbeiter zurück, die schlecht bezahlt oft unter menschenunwürdigen Aufenthaltsbedingungen dafür sorgen, dass wir preiswert Spargel und Erdbeeren essen können. Deutsche Erntehelfer sind für diesen Lohn nicht zu finden und wenn, dann wären Sie nicht in der Lage, diese schwere Arbeit über einen längeren Zeitraum auszuführen.
Für mich hat das etwas von moderner Sklaverei und ich habe ein ganz schlechtes Gefühl bei diesem Gedanken. Aber wenn wir es genau überlegen, funktioniert es ja in vielen Bereichen so oder ähnlich. Unsere Textilien lassen wir in asiatischen Ländern von Billigfirmen nähen und färben, denen Arbeitsschutz und die Sicherheit der MitarbeiterInnen egal sind. Unser farbenfrohes Obst und Gemüse lassen wir in Südspanien unter großem Wassereinsatz gedeihen obwohl wir wissen, dass das Wasser dort aufgrund des Klimawandels für die einheimische Bevölkerung immer knapper wird.
Wir müssen die Corona-Krise jetzt als Chance begreifen und endlich zu einem Umdenken kommen. Ich spüre bei vielen Menschen, denen ich begegne, bereits eine Bereitschaft hierzu. Wichtig wäre, dass sowohl  die Politik als auch die betroffenen Branchenverantwortlichen die Rahmenbedingungen entsprechend ändern. Ein Weitermachen wie bisher wird kann es nicht mehr geben.

Entwicklung der Corona Krankheits- und Todesfälle in Deutschland
Screenshot von statista.de

09.05.2020
… so ist es für Lockerungsmaßnahmen in dem Umfang, wie sie jetzt durch die Ministerpräsidenten-Konferenz verkündet wurden, noch viel zu früh. Denn wenn wir einen Blick auf die aktuelle Statistik der Corona – Fallzahlen werfen, entwickelt sich die Kurve nicht nach unten, sondern eher nach oben. Der Gipfel der Kurve ist noch nicht einmal erreicht.
Ich befürchte, dass all diese Maßnahmen die Anzahl der Neu-Ansteckungen wieder ansteigen lassen. Dies könnte die bisher erreichten positiven Entwicklungen wieder zunichte machen.

Geschlossen!
Bild von haalkab auf pixabay

30.04.2020
…langsam wird es für manche geplagte Branchen wirtschaftlich sehr eng. Gastronomen, Hotels und Touristikbetriebe halten wie viele andere Branchen den Shutdown nicht mehr lange durch. Sie werden die Krise nicht mehr lange überleben, wenn nicht bald Hilfe kommt.
An diesen Betrieben hängen nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch ein nicht zu unterschätzender Teil unseres gesellschaftlichen Wohlbefindens. Denn eine Stadt ohne Hotels und Restaurants, ein Dorf ohne Kneipe sowie fehlende Urlaubsunterkünfte machen etwas mit uns Menschen. Ich finde, dass die Politik hier schnell handeln muss – schnelle Hilfe nicht nur für die ganz großen Player, sondern auch für die vielen kleinen Betriebe. Oder halt einen verantwortungsvollen Wiedereinstieg planen mit einer baldigen Perspektive für diese Branchen.

Dank an alle „systemrelevanten“ Menschen in dieser Zeit
Bild von Alexas Fotos auf pixabay

21.04.2020
… es ist Zeit für eine persönliche Zwischenbilanz der Corona-Krise. Während in den ersten Wochen der Krisenzeit sich die Menschen im Lande zum großen Teil sehr vernünftig und besonnen verhielten, scheint seit der seit gestern bestehenden teilweisen Lockerung der Maßnahmen bei Vielen die Unvernunft Überhand zu nehmen.
In den jetzt wieder geöffneten Geschäften und in den Innenstädten ist es voll geworden. Abstandsregeln werden oft nicht mehr so ernst genommen. Die Kanzlerin hat gestern noch einmal mahnende Worte gesprochen, und das mit Recht. Überhaupt erweist sich Angela Merkel in diesen Tagen als gute, besonnene aber auch kritische Chefin und man merkt, dass sie selber auch Wissenschaftlerin ist.
Ich habe die Befürchtung, dass spätestens in zwei bis drei Wochen die Corona – Fallzahlen sowie die Zahlen der zu beklagenden Toten wieder ansteigen wird. Ein zweiter Shutdown wird dann unumgänglich sein mit verheerenden Folgen für Wirtschaft, Gastronomie und Gewerbe. Ob es dann einen weiteren Rettungsschirm geben wird, wage ich zu bezweifeln.   

Schutzmaskenherstellung
Bild von Manfred Richter auf Pixabay

14.04.2020
… eine Erkenntnis können wir aus der Corona-Krise jetzt schon ziehen: Globalisierung ist schön und gut, aber sie hat auch erhebliche Nachteile. Dass wir in Deutschland, ja sogar in Europa es noch nicht einmal schaffen, uns ausreichend mit Massenartikeln wie Mundschutzmasken, Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln zu versorgen, finde ich skandalös. Aus reiner Profitgier haben wir die Produktion derartiger Artikel nach Asien ausgelagert, da dort die Herstellungskosten günstiger sind. Unter welchen Bedingungen für die Arbeitskräfte die Artikel dort hergestellt werden, interessiert uns nicht besonders. Das kennen wir ja bereits aus der Textilbranche.
Ich hoffe sehr, dass aus der Krise gelernt wird und wir wieder verstärkt in Europa produzieren, auch wenn dann die Produktkosten vielleicht etwas höher ausfallen.

Jetzt zeigt sich, wer wirklich wichtig ist.
Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

27.03.2020
… ein Begriff ist in dieser durch das Virus ausgelösten Krisenzeit neu entstanden: Der Begriff der „systemrelevanten Berufe“. Denn es zeigt sich, welche Menschen jetzt vorwiegend benötigt werden, um diese Krise zu bewältigen. Es sind die ÄrztInnen und Pflegekräfte, aber auch VerkäuferInnen, Müllmänner, Kraftfahrer sowie Schichtführer in den Kraft- und Wasserwerken, die jetzt für eine kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung sorgen.
Es sind Berufsgruppen, die auch vor der Krise bereits einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt waren und deren Vergütung oft nicht in einem angemessenen Verhältnis zu der erbrachten Leistung steht. Alle Berufe, die mit Geld zu tun haben und meist sehr gut bezahlt werden, treten jetzt in den Hintergrund.
Es ist zu hoffen, dass man sich auch nach erfolgreicher Bewältigung der Corona-Krise noch daran erinnert und die systemrelevanten Berufe eine gesellschaftliche und auch finanzielle Aufwertung erfahren.

Jetzt geht´s erst mal bergab

20.03.2020
… das Covid-19-Virus ist dabei, massiven gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden auf der ganzen Welt anzurichten. Die ohne Zweifel notwendigen Einschränkungen des täglichen Lebens führen in vielen Branchen zu massiven Umsatzeinbrüchen, teilweise bis zu einhundert Prozent. Die jetzt beschlossenen Rettungsschirme von Bund und Land NRW sind richtig und wichtig. Ich sehe aber die Gefahr, dass dieses Geld nahezu unkontrolliert ausgeschüttet wird und dabei die großen Player auf dem Wirtschaftsmarkt zu gut dabei wegkommen, wogegen die kleinen und mittleren Unternehmen aufgrund des oft fehlenden Know hows zu kurz kommen. Es darf beispielsweise nicht der Fehler gemacht werden, dass umweltschädliche Branchen wie die Luftfahrt und die Kreuzschifffahrt durch massive Förderungen wieder so weiter machen können wie bisher. Auch die Autoindustrie muss dringend genötigt werden, mit öffentlichen Fördermitteln ab sofort ausschließlich Klima – schonende Fahrzeuge zu produzieren.

Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen!
Bild von Peter van de Ven auf Pixabay

28.01.2020
… in der Klimapolitik wird man nicht um Verbote herum kommen. Es gibt Politiker in Deutschland, die meinen, man könne die Klimaziele ohne Einschränkungen durch neue Technologien erreichen. Das halte ich für einen großen Irrtum. Sicherlich wird es für viele Menschen schwierig werden, sich von lieb gewonnenen Dingen, die einem Komfort und Genuss boten, zu verabschieden. Aber wenn wir wollen, dass auch nachfolgende Generationen noch einen lebenswerten Planeten vorfinden, müssen wir uns jetzt auf Einschränkungen einlassen.
Dabei stehen viele unserer in den letzten Jahrzehnten erlernten Gewohnheiten in direktem Bezug zu der negativen Entwicklung auf unserem Planeten. Ich meine damit zum Beispiel unser vollkommen ausuferndes Konsumverhalten mit der daraus resultierenden Ressourcen-Verschwendung und dem wiederum resultierenden Müllaufkommen. Wir alle haben viel zu viel Kram. Kaufen in immer kürzeren Abständen neu, obwohl das alte weder abgenutzt noch unansehnlich ist. Technische Geräte dagegen werden werkseitig so produziert, dass sie nicht lange halten und sich auch nicht reparieren lassen. Ohne nachzudenken schlürfen wir morgens in Eile unseren Coffee-to-go aus dem Pappbecher mit Plastikdeckel, der dann zehn Minuten später auf dem Müll landet (wenn´s gut läuft). Wir nutzen für jeden Weg, und sei er auch noch so kurz, das Auto und haben verlernt zu überlegen, ob es vielleicht auch eine andere, gesündere Möglichkeit der Fortbewegung gibt. Es gibt Schulkinder in meinem Stadtteil, die sind ihren Schulweg von 800 Metern noch nie zu Fuß gegangen. Statt dessen verursachen die Taxi-Eltern jeden Morgen ein Verkehrschaos vor der Schule.
Wir freuen uns, wenn wir einen Flug für dreißig Euro buchen können und tun das dann auch gerne mehrmals im Jahr. Wie selbstverständlich bekommt der gerade achtzehn Jahre alt gewordene Sprößling den Golf, während Mutter auf was Größeres umsteigt. So haben wir in vielen Familien genauso viele Fahrzeuge wie Familienmitglieder, mit einem Rumsteh-Anteil von 97 Prozent.
Wir haben uns daran gewöhnt, jeden Tag Fleisch und Wurst zu essen und dabei das billigste Angebot zu kaufen. Wir gönnen uns jetzt auch mal eine Kreuzfahrt um zu sehen, ob das was für uns ist. Wir freuen uns darüber, dass wir trotz der Klimaerwärmung dank künstlich beschneiter Pisten unseren Lieblingssport immer noch ausüben können. Mancherorts sogar im Sommer.
Mein Vorschlag ist, dass wir alle Aktivitäten des Alltags auf den Prüfstand stellen und danach bewerten, welche Auswirkungen unser Handeln auf das Klima, die Umwelt und die Natur hat. Vielleicht sogar mit einer hierüber geführten Liste. Wer hierfür bereit ist, hat selber bereits einen Schritt für eine zukunftsfähige Welt beigetragen.

Stopp der Umsiedlungen

Der Bagger frisst sich durch die Landschaft
Bild von DarkWorkX auf Pixabay

Der Kohleausstieg ist beschlossen, es wird aber noch weiter Braunkohle abgebaggert. Hierfür stehen noch Dörfer auf der Liste, die für diese Restfördermengen umgesiedelt werden sollen. Die betroffenen Menschen in den Dörfern haben jedoch noch keine Gewissheit darüber, ob sie von der Umsiedlung betroffen sein werden oder nicht. Dieser Zustand ist unerträglich. Daher sollte Politik sofort entscheiden, dass ab sofort keine weiteren Dörfer abgerissen werden.