Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen!
Bild von Peter van de Ven auf Pixabay

… in der Klimapolitik wird man nicht um Verbote herum kommen. Es gibt Politiker in Deutschland, die meinen, man könne die Klimaziele ohne Einschränkungen durch neue Technologien erreichen. Das halte ich für einen großen Irrtum. Sicherlich wird es für viele Menschen schwierig werden, sich von lieb gewonnenen Dingen, die einem Komfort und Genuss boten, zu verabschieden. Aber wenn wir wollen, dass auch nachfolgende Generationen noch einen lebenswerten Planeten vorfinden, müssen wir uns jetzt auf Einschränkungen einlassen.
Dabei stehen viele unserer in den letzten Jahrzehnten erlernten Gewohnheiten in direktem Bezug zu der negativen Entwicklung auf unserem Planeten. Ich meine damit zum Beispiel unser vollkommen ausuferndes Konsumverhalten mit der daraus resultierenden Ressourcen-Verschwendung und dem wiederum resultierenden Müllaufkommen. Wir alle haben viel zu viel Kram. Kaufen in immer kürzeren Abständen neu, obwohl das alte weder abgenutzt noch unansehnlich ist. Technische Geräte dagegen werden werkseitig so produziert, dass sie nicht lange halten und sich auch nicht reparieren lassen. Ohne nachzudenken schlürfen wir morgens in Eile unseren Coffee-to-go aus dem Pappbecher mit Plastikdeckel, der dann zehn Minuten später auf dem Müll landet (wenn´s gut läuft). Wir nutzen für jeden Weg, und sei er auch noch so kurz, das Auto und haben verlernt zu überlegen, ob es vielleicht auch eine andere, gesündere Möglichkeit der Fortbewegung gibt. Es gibt Schulkinder in meinem Stadtteil, die sind ihren Schulweg von 800 Metern noch nie zu Fuß gegangen. Statt dessen verursachen die Taxi-Eltern jeden Morgen ein Verkehrschaos vor der Schule.
Wir freuen uns, wenn wir einen Flug für dreißig Euro buchen können und tun das dann auch gerne mehrmals im Jahr. Wie selbstverständlich bekommt der gerade achtzehn Jahre alt gewordene Sprößling den Golf, während Mutter auf was Größeres umsteigt. So haben wir in vielen Familien genauso viele Fahrzeuge wie Familienmitglieder, mit einem Rumsteh-Anteil von 97 Prozent.
Wir haben uns daran gewöhnt, jeden Tag Fleisch und Wurst zu essen und dabei das billigste Angebot zu kaufen. Wir gönnen uns jetzt auch mal eine Kreuzfahrt um zu sehen, ob das was für uns ist. Wir freuen uns darüber, dass wir trotz der Klimaerwärmung dank künstlich beschneiter Pisten unseren Lieblingssport immer noch ausüben können. Mancherorts sogar im Sommer.
Mein Vorschlag ist, dass wir alle Aktivitäten des Alltags auf den Prüfstand stellen und danach bewerten, welche Auswirkungen unser Handeln auf das Klima, die Umwelt und die Natur hat. Vielleicht sogar mit einer hierüber geführten Liste. Wer hierfür bereit ist, hat selber bereits einen Schritt für eine zukunftsfähige Welt beigetragen.